von schweinfurt am 5. März 2010

Ein Kommentar | Allgemein

Vom Älterwerden…

Erst wollte ich nicht, hab’s dann aber doch gemacht. Ich habe mich spülen lassen durch die Hallen der CEBIT 2010, habe stellvertretend für meine Leser und (IT-)Kunden das Neueste vom Neuen aufgesogen um es hier Buchstabe für Buchstabe wieder auszuspeien. Oder so ähnlich. Die angeblichen Mega-Trends der CEBIT – 3D, Cloud Computing, Vernetztes Leben – sind an mir völlig vorbei gegangen und auch den Klimbim, der mir schon im Fernsehen gezeigt wurde - etwa die faltbare Klaviertastatur mit Heimorgelfunktion aus Taiwan – habe ich links liegen gelassen. Die interessantesten Aspekte meines Messerundgangs waren

  • Green IT – am Beispiel von ECO-80-Netzteilen. Die Zahl 80 steht für den Wirkungsgrad; es gibt hier noch besondere Abstufungen (Gold, Silber, Bronze), wobei der Wirkungsgrad mit der Wertigkeit des dahinter stehenden Edelmetalls gegen 100 strebt. Was heißt das für den Endverbraucher? Bei einem Rechner mit Standardnetzteil (400W) und Standardwirkungsgrad (60 %) kostet der einjährige Betrieb (8h/Tag)  etwa 120 Euro (bei einem Strompreis von13 ct./kWh) . 30 Euro weniger Stromkosten fallen bei demselben Rechner an, wenn ein Eco 80+ Netzteil mit 385W und 85 % Wirkungsgrad in ihm steckt. Dass sich das auf Dauer rechnet, liegt auf der Hand, auch wenn solche Netzteile in der Regel 50 Euro und mehr kosten. Länger ist übrigens auch ihre Lebensdauer, weil die Hitzeentwicklung im Netzteil deutlich geringer ausfällt…
  • USB 3.0 – als Standard-Onboard-Lösung bei Mainboards von ASUS, MSI und Gigabyte. Mit einer Übertragungsrate von bis zu 5 GBit/Sek. weist der Standard der Zukunft nicht nur seinen Vorgänger USB 2.0 (max. 480 MBit/Sek.), sondern auch Firewire und eSata klar in die Schranken. Das ist angesichts des immens gestiegenen Datenaufkommens auch dringend geboten, denn ein 25 GB großer HD-Film kann derzeit nur mit viel Geduld auf ein externes Laufwerk (z.B. Mediaplayer) kopiert werden. Statt 9,3 Stunden (USB 1.0) oder 13,9 Minuten (USB 2.0) dauert dieser Vorgang dann nur noch 70 Sekunden – ein echter Fortschritt…
  • Security. Eine ganze Halle wurde nur von den Giganten der Computersicherheits-Szene in Beschlag genommen – GData, Avira, F-Secure, Kaspersky und Co. vermittelten insbesondere in eindrucksvollen Fachvorträgen, wie groß die Bedrohung durch Malware aus dem Internet ist. Mehr als 40 Millionen Schädlinge – ein Drittel davon Trojaner – tummeln sich inzwischen im weltweiten Datennetz und sekündlich kommen neue hinzu. Schlimm: Ganz normale Websites werden per PHP Code Injection mit einem iFrame geimpft, der wiederum einen Trojaner in den Rechner des Seitenbesuchers einschleust; zuletzt traf es die New York Times. Wichtigste Erkenntnis: Computersicherheit kostet kein Geld, auch wenn man für eine Jahreslizenz bei einem guten Sicherheitsprogramm rund 30 Euro hinlegen muss. Computersicherheit spart Geld, weil größerer Schaden – etwa durch PIN- und TAN-Grabbing vermieden wird. Ein gutes Produkt, das erst Ende März auf den Markt kommen wird und mit Sicherheit auf meinem PC landet: Kaspersky Pure – kann noch viel mehr als Internet Security und enthält insbesondere ein Backupprogramm und den bekannten Kaspersky Password Manager.

cebit_gpsauge

Soviel zum Fachlichen; jetzt zu den eher subjektiven Wahrnehmungen. Erfreulich: Mit “GPS auge”  (Foto oben) ist ein Schweinfurter Unternehmen sehr prominent auf der CEBIT vertreten und stößt auf reges Interesse an seiner IP-basierten Fuhrparksteuerung. Ärgerlich: Obwohl ich Kaspersky Limited 500 Partner bin, kam ich am Messestand nicht in den Genuss eines kostenfreien Mittagessens ;-( Traurig: Ich werde alt; als bei einem Taschenhersteller attraktive iPhone-Cover in die Menge geschleudert wurden, ist es mir doch tatsächlich passiert, dass ich eines zu greifen bekam, beim Gezerre mit meinem Hintermann aber den Kürzeren zog. Last but not least – wundersam: Alle reden über Google Streetview und wie sehr dadurch unsere Privatsphäre verletzt wird. Wenn man zufällig, mit der Freundin im Arm, von der die Ehefrau nichts weiß, oder gar mit irgendeinem Bundesligaschiedsrichter, in Hamburg auf der Reeperbahn, von so einem unscheinbaren Streetview-Auto, das wirklich kaum wahrnehmbar war… Na ja. Was mich mehr interessiert: Hätte ich der Dame vor dem Streetviewcar auf dem Foto unten einen Balken vors Gesicht setzen müssen? Wusste ihr Mann von diesem CEBIT-Besuch? Und was sagt eigentlich das Auto dazu, dass es hier so begafft wird?

Google Streetview Kunstautos auf der CEBIT 2010 Google Streetview Kunstautos auf der CEBIT 2010 


Ein Kommentar zu “Vom Älterwerden…”

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